Es gehört für Lead mittlerweile zu seinen Ritualen des Jahres, wie
Weihnachten, Silvester oder das alljährliche Geburtstagskomasaufen: Anfang
Dezember kommt nicht nur der Nikolaus, sondern es steht auch die
Heimconvention des Tattoo Guides an: die mittlerweile 19. Auflage der Tattoo
Convention Berlin öffnete am 4. Dezember in der Arena ihre Pforten.
Die Besucher hatten die Möglichkeit sich von 150 Tattoo-Artisten aus aller
Welt verschönern zu lassen. Wie schon in den letzten Jahren lag einer der
Schwerpunkte auf asiatischen Künstlern. Neben den chinesischen Tätowierern,
die es besonders verstehen, moderne und traditionelle Bildsprachen zusammen
zu führen, waren Studios aus Thailand und Japan vertreten.
Traditionelle Handtätowierungen, die auf eine moderne, elektrisch betriebene
Maschine verzichten (und dem entsprechend schmerzhaft sind) wurden von Vatea
aus Tahiti demonstriert. Selbstverständlich waren auch einige der führenden
europäischen und amerikansichen Tätowierer am Start, sodaÃ� alle Wünsche,
zumindest was das Tätowieren angeht, erfüllt werden konnten.
Und die Krise? Welche Krise? Muss man sich fragen, wenn man am Samstag
versuchte, sich durch die Massen der Besucher zu drängen. Es war voll, es
wurde tätowiert und eingekauft, was die Geldbörsen hergaben.
Natürlich waren die angereisten Tattoo Künstler nicht die einzigen
Attraktion der Convention, Isobel Varley, die meist tätowierte Frau der
Welt, stellte ihren Körper zur Schau, burlesque und bizarre Shows
befriedigten jeden Geschmack auf der Bühne, Herbert Hoffmann gab Autogramme
und flirtete, was das Zeug hält, der Ski King rockte, die Tattoo Queen 2010
wurde gewählt, viele Artisten nutzen die Art Fusion, um zu zeigen, dass sie
mehr bunt machen können, als bloÃ� Haut und die Illustratorin Sara Horwath
stellte Ihre erotische Kunst aus. Die fand Lead dann so gut, dass er mit ihr
gleich einen Interviewtermin vereinbarte.
Also waren alle zufrieden mit der Convention, die Besucher, sonst wären sie
nicht so zahlreich erschienen, der Veranstalter, der Lead mit den Worten
begrüÃ�te: "Du bist ja rund geworden" und die Tätowierer, die viel zu tun
hatten. Nur einer fand etwas zu meckern: ein Fotograf, dessen Name mir
gerade entfallen ist meinte: "also früher, da musste man die Mädchen noch
lange überreden, bis sie sich nackt fotografieren liessen, die Mädels heute
ziehen sich sofort aus, wo ist denn da die Herausforderung?"
Text: Lead
Fotos: lead + Agata