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  Overview
 


Off The Hook

   The Best Remains

 
Off The Hook: The Best Remains

recorded july 2009 at Hidden Planet Studios

Für jeden Genreliebhaber des Hardcore ist diese Scheibe ein kurzes aber wahnsinnig explosives Erlebnis. Wütende, laute und emotionale Texte geben Realität und die Gedanken der Jungs wieder. Marco (throat), Luke (drums), Steffen (bass), Joest und Chris (guitar/backing vocals) kommen aus allen Himmelsrichtungen unserer deutschen Lande und haben teilweise schon jahrelange Banderfahrung im Harcore- und Punkbereich, was man ganz klar raushört.
Die Band beschreibt ihren Musikstil selber als "Oldschool-Glamcore gepaart mit Pop-Punk-Melodien und zärtlichen Moshbeats". Eine wirklich geile, abwechslungsreiche und aufregende Mischung. Gitarren jagen Drums und Drums jagen Gitarren inklusive Taktwechsel. Mein Ohrwurm ist hier "On Fate" - unbedingt anhören!
Frontschwein und Shouter Marco begleitet das Ganze ehrwürdig mit wütend kratziger Raucherstimme, gehüllt in neonfarbigen Leggins und geschmackvollen Brusthaarfrisuren. Er ist definitiv mein ganz persönlicher Jack Black des Glamcores. Abgerundet wird die Scheibe durch das Booklet im hardcoretypischen Do-It-Yourself-Look mit farbigen Hüllen. Seit einem halben Jahr rocken die noch relativ frisch vereinten Jungs das Publikum neben Bands wie "We Once Loved", "Logic Problem", "Spastix" und "Kotzreiz".
Also ratzifatzi Platte kaufen und aufs Konzi gehen!!!

Den Shortplayer könnt ihr bestellen unter www.myspace.com/offthehookhc.
Hier bekommt ihr auch weitere Bandinfos und anstehende Konzertdaten.

Jule

Bewertung: 10 Punkte









Alien Sex Fiend

   Acid Bath

 
Alien Sex Fiend: Acid Bath


Cherry Red Records

Cherry Red Records legt mit "Acid Bath" das länger vergriffene zweite Album von ALIEN SEX FIEND neu auf. "Acid Bath" war ursprünglich eine limitierte Pressung, aber weil die Fans der heißgeliebten SEX FIENDs richtig darauf abgefahren sind, wurde es bald schon größer aufgelegt. Vor allem "E. S. T. (Trip To The Moon)" wurde bald ein Gothic-Hit. Auf der Neuveröffentlichung sind außerdem drei Bonusstücke. Also Fiends da draußen, ab in’s "Acid Bath"!

Igor Eberhard

Bewertung: 6,5 Punkte









Red Hot Chilli Pipers

   Bagrock To The Masses

 
Red Hot Chilli Pipers: Bagrock To The Masses


Rel Records/New Music
www.myspace.com/chillipipers

Ein Chilli ist ein mexikanisches Gericht. Das gilt für die Küche, aber nicht für die Musik. Das perfekte musikalische Chilli kommt nämlich aus Schottland und existiert seit 2004.
Und hier das Rezept: Eine große Portion alte Hadern "Hey Jude" , Rockhymnen wie "Smoke on the water", Traditionals wie "Flower of Scotland", gut durchgemischt und durch den Fleischwolf gedreht, rocken sie mit Dudelsäcken so richtig durch, würzen das Ganze mit Virtuosität, Humor, Esprit und einem einzigartigen Stil und verfeineren es mit einer Brise Sexappeal und fertig ist das perfekte musikalische Chilli, das Album "Bagrock For The Masses" der feurigen Red Hot Chilli Pipers. Ein Stück musikalische Haubenküche, ein echter Ohrenschmaus. Bei soviel musikalischer Schärfe bleibt einem fast die Luft weg. Guten Appetit! Bleibt nur noch eine Frage offen: Was tragen die Schotten eigentlich unter ihrem Rock?

Michaela Eberhard

Bewertung: 8 Punkte









The Adicts

   Life Goes On

 
The Adicts: Life Goes On


People Like You Records/EMI/Starkult

Da hat sich etwas angebahnt. Das war abzusehen. Vor kurzer Zeit hat People Like You, das legendäre Album "Songs Of Praise" von THE ADICTS neu aufgelegt. Dass so schnell eine Scheibe nachfolgen sollte, war nicht abzusehen. Aber offensichtlich gilt "Life Goes On", wie das Album betitelt wurde.
"Songs Of Praise" hat Musikgeschichte geschrieben. In den 1880ern hatten die Clockwork Orange-Punker ihre große Zeit mit einigen Platzierungen in den Indie-Charts. Ihr "Viva La Revolution"-Song wurde Soundtrack für ein Computerspiel und für eine Reality-TV-Show. Nach 31 Jahren Bandgeschichte ist die Band noch immer in der Originalbesetzung unterwegs. Alleine das grenzt an ein Wunder und verdient Respekt.
"Life Goes On" kann den riesigen Erwartungen unmöglich gerecht werden. Wird es leider auch nicht.
"Life Goes On" ist eine recht gelungene Veröffentlichung. Es gibt einige gute Songs, wie etwa "Mr. Hard", "The Whole World Gone Mad" oder "Spank Me Baby”, auf dem Album. Manche der Stücke haben sogar die Chance darauf, echte Ohrwürmer zu werden und sind einfach nur klasse. Leider hat das Album dennoch einige Längen und eher überflüssige Zwischenstücke (wie etwa das Synthiegedöns "Gangster"). Antesten lohnt allemal. Die Meisten werden sich festhören. Mir geht es mit manchen Liedern nicht anders.

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte









Death Before Dishonor

   Better Ways To Die

 
Death Before Dishonor: Better Ways To Die


Bridge 9/Soulfood/Gordeon Music

Brutales Boston-Hardcore-Geknüppel, nein, brutalstes Boston-Hardcore-Geknüppel spielen DEATH BEFORE DISHONOR. Das ist Boston-Hardcore, wie er sein könnte.
DEATH BEFORE sind wütende Killer, die sich mit Hochgeschwindigkeit durch ihre Stücke prügeln. Wahrscheinlich sind diese Bostoner eine der härtesten und zugleich metallischsten Truppen im Hardcore. Die knocken Kaliber wie HATEBREED locker aus. Der Streetpunk-Faktor kommt auch nicht zu kurz. DEATH BEFORE DISHONOR berufen sich auf Einflüsse von RANCID, DROPKICK MURPHYS und AGNOSTIC FRONT. Man nehme die ganzen erwähnten Bands, mache sie noch härter: herauskommt DEATH BEFORE DISHONOR. Wie immer schaffen sie es, nicht eintönig zu klingen. Würde vor lauter Mitgrölen wahrscheinlich kaum auffallen.
Der Streetpunkfaktor ist auf "Better Ways To Die" eventuell noch größer geworden. Das ist Working class-Hardcore pur. Übles Geknüppel ohne Pause. Sehr geil. Und jetzt raus in den nächsten Pit!

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte









David Gogo

   Vibe

 
David Gogo: Vibe


Dixiefrog Music/Fenn Music/harmonia mundi/Gordeon music

DAVID GOGO spielt für einige sicher eine Art Musik, die nach längst vergangenen Zeiten und Langeweile klingt: Er spielt Blues. Seine Art, wie er den Blues spielt, hat ganz und gar nichts altväterisches. Er spielt keinen Oldschool-Blues, sondern interpretiert ihn zeitgemäß, etwas poppig, dabei spannend und frisch.
"Vibe" ist DAVID GOGOs siebtes Album. Keine Ahnung wie die Vorgänger-Alben waren. "Vibe" ist abwechslungsreich, musikalisch erste Sahne und etwas, das man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Gitarre spielen kann der Kanadier GOGO. Er hat nicht zufällig mehrere Preise als bester Gitarrist gewonnen. Für dieses Album konnte er als Gastmusiker sogar JEFF HEALEY und TOM WILSON gewinnen. Damit ist fast noch mehr über ihn als Musiker ausgesagt.
"Vibe" ist kein Album für zwischendurch. Man muss sich darauf einlassen können. Das Zeit lassen lohnt sich. Sehr sogar.

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte









The Traditionals

   Generation Of Today

 
The Traditionals: Generation Of Today


Impact/Broken Silence/Gordeon Music

Wieder mal eine Band für Freunde der härteren Musik: THE TRADITIONALS aus Pittsburgh melden sich mit "Generation Of Today" zu Wort. Die TRADITIONALS tummeln sich schon einige lange Jahre auf der Oi!/Streetpunk-Bühne. "Generation Of Today" ist schon ihr viertes Album. Bisher haben sie den großen Durchbruch noch nie geschafft. Eventuell ändert sich das mit diesem Album. THE TRADITIONALS machen traditionelle Musik. Streetpunk der deutlich nach den frühen 1980er Jahren klingt - mit Anleihen bei COCKNEY REJECTS, BUISNESS, 4-SKINS oder COCKSPARRER. Allerdings haben die Traditionellen den frühen Hardcore amerikanischer Prägung auch nicht vergessen. Besonders nachdrücklich und fett wird der Sound der Band durch den Einsatz von zwei Gitarren. Thematisch wird das Übliche behandelt: gemütliches Wochenende mit Bierchen und Hauerei, Skinheadkult, das Leben ist scheiße, die Jugend von heute und Politik etc. Alles in allem ist "Generation Of Today" ein packendes und mitreißendes Album. Leider vor allem deshalb, weil es an die alten Bands erinnert. Schade.
THE TRADITIONALS machen dennoch neugierig auf weitere Veröffentlichungen.

Igor Eberhard

Bewertung: 6,5 Punkte









Nashville Pussy

   From Hell To Texas

 
Nashville Pussy: From Hell To Texas Cover


Steamhammer/SPV/Pirate Smile

NASHVILLE PUSSY melden sich zurück. Punk’n’Roll direkt aus der Hüfte geschossen, das verspricht das Quartett aus den USA. Vier Jahre nach ihrem letzten Album "Get Some" gibt es ein Nachfolgealbum: "From Hell To Texas".
Wie gewohnt geben die Vier von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas. Die zwölf Songs brettern durch die Gehörgänge, dass es eine Freude ist.
Wie immer behandeln die Songs das Leben, Komik, Saufen, Sex und gute Dinge. Allerdings mischen sich etwa mit "Late Great USA" ein, zwei politische Stücke darunter. Die Politik der USA können selbst die NASHVILLE PUSSYs nicht kalt lassen. Aufgenommen wurde das Album im Studio von Countrystar Willie Nelson. Angeblich hat er auch bei "Lazy Jesus" gemeinsam mit Lemmy mitgesungen, so die offiziellen "Gerüchte". Der Gitarrist und Rocksänger Danko Jones singt dafür bei "I’m So High" mit. Wer NASHVILLE PUSSY hört, erwartet nicht die Neuerfindung des Rades. Die gibt es auf "From Hell To Texas" nicht. Aber ein grundsolides Album.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte









Saxon

   Unleash The Beast/To Hell And Back Again (2-DVD)

 
Saxon: Unleash The Beast/To Hell And Back Again (2-DVD) Cover


www.myspace.com/saxon

Schon etwas älter sind diese beiden SAXON-Veröffentlichungen. Da es zwei Leckerbissen für Fans sind, wollen wir sie euch nicht vorenthalten.
Mit "Unleash The Beast” bereiteten SAXON ihre persönliche Jahrtausendwende vor. Es war das Album, bei dem Doug Scarrats begann, an den Songs mitzuschreiben. Es war für neun Jahre das letzte Album von Schlagzeuger Nigel Glocklers. SAXON selbst haben mit "Unleash The Beast” neue Wege beschritten. Irgendwo zwischen alten, 80er Jahre geprägten Songs und neuen, dunkleren Klängen ist dieses Album angesiedelt.
"Unleash The Beast” ist eine Neuauflage des Originalalbums mit zwei Live-Bonustracks, neuen Fotos und einem neuen Booklet. Sollte das Album jemanden in der Sammlung fehlen, ist diese Neuveröffentlichung eine günstige Gelegenheit zum Zuschlagen.

"To Hell And Back Again” ist eine sehr unterhaltsame Doppel-DVD mit jeder Menge Videoclips, Live-Songs, Banddokumentation. Die DVD ist in Dolby Digital aufgenommen und hat über fünf Stunden Spielzeit. Das Live-Gefühl kommt gut rüber. Die DVD ist damit gut geeignet, die Konzerte zu Hause nachzufeiern. Ab geht’s.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte









Carey Hart (Autor), Chris Palmer (Autor), Bill Thomas (Fotograf)

   Inked: Tattoos und ihre Geschichten

 
Inked: Tattoos und ihre Geschichten Cover


Ullmann/Tandem Verlag
144 Seiten


Inked ist ein weiteres Produkt der medialen Verwertungskette des amerikanischen Tattoo Studios und TV-Stars von Hart & Huntington. In dem Buch werden Typen und Stories aus dem Studioleben von Hart & Huntington vorgestellt.

Das hört sich erstmal nur mittelmäßig interessant an, aber Fotos und Aufmachung sind hochwertig und für 19,95,- € ist das Buch ein Schnäppchen, das sich gut im Bücherregal macht.

Lead

Bewertung: 6 Punkte









Ingrid Law

   Schimmer

 
Schimmer Cover


aus dem Englischen von Sylke Hachmeister
ca. 224 Seiten


Alle in Mibs Beaumont Familie haben einen besondere Gabe, den Schimmer. Sie bekommen ihn immer am dreizehnten Geburtstag und da jetzt der dreizehnte Geburtstag von Mibs naht, warten alle mit Neugierde darauf zu erfahren, was für einen Schimmer Mibs bekommen wird. Gleichzeitig werden auch alle Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen getroffen, denn sollte Mibs einen gewaltigen Schimmer bekommen, könnte das nicht nur für sie, sondern auch für viele andere gefährlich werden. So geschah, als Mibs Bruder Fish dreizehn wurde. Sein Schimmer war so gewaltig, dass er an seinem dreizehnten Geburtstag einen der heftigsten Hurrikane in der Geschichte des Landes verursachte. Denn Fish’ Schimmer ist es, dass, sind seine Gefühle in Aufruhr, sich graue Wolken zusammenziehen, der Wind auffrischt und es beginnt zu regnen. Der älteste der Beaumonts Kinder, Rocket, steht im wörtlichen Sinn unter Strom; so sehr, dass seine bloße Anwesenheit in einem Raum die Glühbirnen zum Platzen bringt oder er durch die Funken aus seinen Händen ein Auto kurzschließen kann. Und nun ist Mibs dran.

Zwei Tage vor dem großen Tag, verunglückt Mibs Vater und wird in ein Krankenhaus gebracht, wo er im Koma liegt. Ihre Mutter und Rocket fahren zu ihm, und es sieht so aus, als ob die Geburtstagsfeier ins Wasser fallen würde. Doch dann taucht die Pastorenfrau auf, übernimmt kurzerhand das Kommando im Haus und beschließt eine große Geburtstagsfeier in der Kirche auszurichten. Das wird zu einer Katastrophe. Mibs, die nur den Wunsch hat, zu ihrem Vater ins Krankenhaus zu fahren, denn sie glaubt, kraft ihres Schimmers könnte sie ihn erwecken, schleicht sich davon und versteckt sich in einem rosa Bus mit dem ein Bibelverkäufer unterwegs ist und der aus der Stadt kommt, wo Mibs Vater im Krankenhaus liegt. In dem Durcheinander der verunglückten Feier finden noch vier weitere Kinder den Weg in den Bus. Eine Reise beginnt, die sie alle verändern wird.

Als der Bus losfährt, stellen die Kinder fest, er fährt nicht zurück in die Stadt, sondern von ihr weg. Während der unfreiwilligen Odyssee entdeckt Mibs, dass ihr die Tätowierungen die Gedanken und Gefühle der Menschen verraten. Das ist ihr Schimmer. Sobald ein wenig Tinte auf oder in die Haut kommt, hört sie die Gedanken des Menschen, der die Tätowierung trägt und erfährt so seine Geheimnisse. Diese Entdeckung bringt sie durcheinander, denn plötzlich hört sie Stimmen zu denen es keine realen Menschen gibt. Sie erfährt unfreiwillig Dinge, die sie gar nicht wissen möchte. Ein Supergau ist es, wenn sie eines Abends in eine Bar am Highway kommen, die voll mit tätowierten Bikern ist. Der Stimmensturm in Mibs Kopf macht sie benommen und die einzige Rettung ist die Flucht in einen abgeschiedenen Raum.

Am Ende der Reise, während der Mibs nicht nur ihren Schimmer entdeckt, sondern auch etwas über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden erfährt, gelangt sie doch in das Krankenhaus, wo ihr Vater liegt. Er hat auch eine Tätowierung. Eine kleine Meerjungfrau, die er sich hat machen lassen zu der Zeit, als er in der Navy war. Die kleine Meerjungfrau scheint genauso leblos zu sein wie der Vater. Ganz traurig und schlapp.

"Wir sind genauso wie alle anderen Leute. Wir werden geboren, und irgendwann später sterben wir. Und in der Zwischenzeit sind wir glücklich und traurig, wir empfinden Liebe und Angst, wir essen und schlafen und wir haben Schmerzen wie alle anderen." Das antworten die Beaumonts immer, wenn sie nach den Besonderheiten ihrer Familie gefragt werden. Denn auch diejenigen, die sich für normal halten, etwas auf eine ganz besondere Weise machen. Das ist dann derer Schimmer. Denn alle sind wie alle anderen - etwas ganz Besonderes. Diese Geschichte erzählt Ingrid Law in ihrem Debütbuch "Schimmer". Und sie erzählt sie auf eine leichte, angenehme Art und Weise, die es einem selbst ermöglicht, sich in die Zeit zurückzudenken, als man vor dem Aufbruch in das Erwachsensein stand. Es ist etwas in dem Fluss der Worte, was mich sogleich an die Geschichten denken ließ, die ich als Kind gelesen habe. Da ist vor allem der Zauberer von Oz und Dorothy, die zurück zu ihren Onkel und Tante nach Kansas möchte. Das Motiv der Reise, der Passage, das so oft auch in Märchen auftaucht, um den Übergang vom Kindsein ins Erwachsenwerden zu markieren, kommt auch hier vor. Auch dass die Hauptfiguren so was wie magische Fähigkeiten besitzen, erinnert an Märchen- und Fantasyliteratur, nur eben mit dem Unterschied, dass sie nicht in einer Sonder- oder Parallelwelt abtauchen. Denn Schimmer ist weder Krankheit noch Hexerei oder Zauberwerk sondern eine besondere Art Wissens, die zu einem gehört wie die Farbe seiner Augen. Ganz viele Menschen, die sich für gewöhnlich halten, hätten auch solch eine besondere Art von Wissen, nur würden die meisten es nicht erkennen. Manche werden als Genies bezeichnet und besondere Fertigkeiten entwickeln. Andere wissen, dass sie anders empfinden, aber sie wissen nicht woran es liegt. Schimmer ist Metapher für die Sonderheiten, die jeder von uns Mal mehr Mal weniger hat und der einzige Unterschied zwischen den Beaumonts und den anderen bestünde darin, dass sie dafür einen Namen haben und dass es einen ziemlich genauen Zeitpunkt gibt, an dem sich diese Fähigkeiten manifestieren.

"Schimmer" vermittelt eine zutiefst humanistische Haltung, das jeder unabhängig seiner Sonderheiten oder gar Nichtigkeiten, Menschen findet, denen das nicht zum Anlass für Ausgrenzung wird, sondern für die es keine Rolle spielt und die einen gern haben, so wie er ist, oder gar ihn so lieben können. Und dann sind noch so viele wunderbare Motive wie der rosa Bibelbus, von dem die Farbe abblättert und an dessen Lenker der unglückliche Verkäufer, Laster Swan, sitzt und versucht die rosa Bibeln unters Volk zu bringen. Oder Verandaschaukel, die zu jedem Haus mit Veranda selbstverständlich dazu gehört. Die Schaukel als Ort, an dem der Tag ausklingt und die Seele zur Ruhe kommt. Und selbstverständlich auch das Motiv, das die Zeichen auf der Haut Pforten zur Seele sind. Hier findet in meinen Augen eine interessante Änderung statt, denn geläufig werden die Augen für die Pforten zum Inneren des Menschen gehalten. Es ist ein wunderbares Buch, das so endet wie es begonnen hat – ganz selbstverständlich, ohne Wunder eines Happy Ends und ohne das Versprechen einer Fortsetzung.

agata

Bewertung: 10 Punkte









The Crystalairs

   Die Ganze Welt

 
The Crystalairs


Bear Family Records/Starkult
Promotion www.bear-family.de


Bear Family hat sich eine Ausnahme gegönnt. Normalerweise veröffentlicht Bear Family Re-Releases. Bei den CRYSTALAIRS ist das Label weich geworden und bringt tatsächlich einen aktuellen Act. Unbekannt sind THE CRYSTALAIRS nicht mehr. Sie blicken auf immerhin sechs Alben, ei Doo Wop ist ein Vokalgruppen-Gesang in Harmonien, der vor allem durch den Lead- und Bassgesang und den Chor bestimmt wird. Untermalt wird die Musik mehr oder weniger durch die klassische Rock’n’Roll-Besetzung: Kontrabass, Schlagzeug plus Gitarre. Die CRYSTALAIRS haben noch Percussion dabei. Die CRYSTALAIRS spielen auf dieser Scheibe eine Mischung aus Country, Schlager der 50er- und 60er-Jahre, klassischem Rock’n’Roll und Doo Wop. Ihr neues Album "Die Ganze Welt" ist auf deutsch und es besteht aus sieben wunderschönen, zarten Eigenkompositionen und neuen Covern u. a. von DION AND THE BELMONTS, RICK NELSON, MARTY ROBBINS und JOEL KATZ – versehen mit deutschen Texten. "Die Ganze Welt" ist ein Konzeptalbum und widmet sich den Themen Reisen, Liebe und der Liebe zur Ferne. Wunderschön.

Igor

Bewertung: 9 Punkte









Kreator

   Hordes Of Chaos


 
Kreator - Hordes Of Chaos Cover









Steamhammer/SPV/Pirate Smile
www.kreator-terrorzone.de

KREATOR um Frontmann Mille Petrozza haben nach vier Jahren weitgehender Stille ihr aktuelles Album "Hordes Of Chaos" vorgelegt. Endlich ein Lebenszeichen der altgedienten Trash-Metaller. Endlich wieder Wut und ungehemmte Aggression. Endlich wieder Gelegenheit die Matten zu schütteln und die Fäuste zu ballen. KREATOR sind zurück. Inhaltlich und musikalisch knüpfen sie an das Vorgängeralbum "Enemy Of God" an. Es bleibt politisch. Petrozza und Co beziehen sich auf die Wirtschaftskrise und die politische Situation an. Der Kampf alle gegen alle, Politikerlügen, Amokläufe, Religionen, Krieg und Propaganda werden behandelt. Die Nachfolgende Generation wird in "To The Afterborn" direkt gewarnt: "This Time, This Age/This Youth, In Rage/Enslaved For Life/A Fire Burns In Paradise/.../Will The Ones That Live After Our End/Worship The Goddamn Cross Again?” Der zehn Stücke wurden direkt live im Studio eingespielt, ohne Schnickschnack und künstliche Nachbearbeitung. Der Sound ist dementsprechend rau und brutal. Das Album erscheint in drei verschiedenen Versionen: als normale Jewel-Case Version, als Deluxe-Version mit Bonus-DVD, als Ultra-Deluxe-Edition mit T-Shirt, Fotobuch und einer extended Version der Bonus-DVD KREATOR zeigen wieder einmal, was Trash-Metal sein kann.

Igor

Bewertung: 8,5 Punkte







Dian Hanson

   The Big Book of Legs

 
Book of Legs





Big Book of Legs





Big Book of Legs





Big Book of Legs





388 Seiten
Taschen


Es war an einem Sonntag. Ein guter Freund und ich verbrachten den einsamsten aller Tage wieder ein Mal in der Lounge der Austernbar im Hauptbahnhof. Unsere Augen konnten einerseits das Panorama des Regierungsviertels und andererseits das Kommen und Gehen im Inneren des Bahnhofs überschauen. Es war mal wieder eine der melancholischen Stunden, wo man so gern über Gott, Leben und Liebe spricht, als mein Freund mich unvermittelt fragte, ob ich wüsste, welcher Teil des weiblichen Körpers am erotischsten sei. Da ich zugegebenermaßen weder den eigenen noch einen anderen weiblichen Körper unter diesem Aspekt betrachtet habe, fiel mir die Antwort schwer. Mein Freund sagte: "die Beine" Er habe viel mit anderen, auch mit den größten Couturiers heutiger Zeit, darüber gesprochen und sie waren sich alle einig - es sind die Beine, aber nicht die der Models, weil sie viel zu dürr wären; es müsse ein volles, leicht untrainiertes Bein sein - wegen des Schwungbogens der Wade, der sanft in die Kuhle über der Ferse übergehe..." So wie dieser? " fragte ich meinen Freund und stellte mein rechtes schwarzbestrümpftes Bein auf einen nahe stehenden Stuhl. Was dann folgte, war ein entzückt entrückter Blick meines Freundes und sein langes, andächtiges Schweigen.

Die endgültige Befreiung des weiblichen Körpers vom Korsett und die Enthüllung der Beine sind für Frauen ein emanzipatorischer Akt. Genauso wie die Verbrennungen von BHs, High Heels oder Lippenstifte in den späten 60ern des letzten Jahrhunderts war das Ablegen von Korsetts und das Tragen von Hosen und kurzen Röcken seit der Suffragettenbewegung zur Zeit der Königin Viktoria ein politisches Statement in der Frage der Gleichberechtigung der Geschlechter. Dass dies in einer Zeit, wo selbst das Wort Bein als vulgär angesehen wurde nicht ohne moralische Entrüstung einherging, versteht sich von alleine. Es galt doch damals als allgemein anerkannte Meinung, dass Frauen, die ihre Beine in Hosen steckten, aufmüpfig, sexuell lasziv seien und womöglich zu Lesben werden, selbst dann wenn die Hosen mit Spitzen verziert und unter einem Rock verschwanden. Frauen die Hosen trugen, wurde vorgeworfen, sie würden die Geschlechtergrenzen verletzten. Frauenbeine werden so als Bedrohung moralischer Ordnung angesehen, weil sie zum Symbol weiblicher Unabhängigkeit werden. Denn die vielen Lagen von Röcken und Unterröcken, die die Frauen zu tragen hatten, hatten nicht nur die Funktion, die Beine vor Kälte zu schützen und sie zu verbergen, sondern sie auch zu bändigen, sie und somit auch die Frauen immobiler zu machen. Das kam einem unbewussten Eingeständnis gleich, dass das Leben von Männern erstrebenswerter sei, als das der Frauen, was die Avantgarde der Frauenbewegung noch erpichter darauf machte, dass weibliche Bein zu befreien. Dabei erfuhr sie Hilfe von einem simplen Transportmittel - dem Fahrrad. Neugierig wie sie nun mal sind, erobern Frauen für sich das Rad, wodurch sich die Frauensportkleidung durchsetzte, die die Frauenbeine bis dahin ungewohnt freizügig zur Schau stellte.

Ein ungewolltes Resultat all dieser Diskussionen war die Entfaltung zahlreichen Männerphantasien rund um die weiblichen Beine und mit ihnen vermehrten sich auch die Ideen, wie man diese geschäftlich ausbeuten könnte. Als ab 1915 die Rocksäume immer kurzer wurden, wurden Frauenbeine zu dem populärsten Objekt dessen, was zu dieser Zeit als Pornografie galt. In den 30ern Jahren kamen dann die Magazine auf, die sich ausschließlich dem Beim widmeten. Und während des zweiten Weltkrieges kam eine ganze Palette von so genannten patriotischen Pin-up Magazinen auf den Markt mit dem markantesten Symbol der Pin-up ära - den Million Dollar Beinen von Betty Grable. Als dann noch in den 40ern Jahren der Comicstrip von John Willie "Sweet Gwendoline" erschien war der Weg für "Bizarre", dem berüchtigtsten Fetischmagazin, offen. Bereits in dem Comicstrip sind die späteren Haupthemen von "Bizzare" umrissen: Bondage und Züchtigung, wobei es interessanterweise die Unterscheidung zwischen den Gepeinigten und Peinigern durch einen machtvollen Fetisch visuell kenntlich gemacht wird. John Willie unterschied die guten und die bösen Mädchen mittels hochhakigen Schuhwerks - die devoten trugen Pumps und die dominanten eng anliegenden, kniehohen Stiefeln. Damit wird die Verbindung zwischen Frauenbeinen und sexuellen Macht gezogen. Bei Willie werden die Beine durch Kleidung und Pose der Models zu Stiletten und wirken dadurch zugleich anziehend und bedrohlich.

Solche und ähnliche Geschichten rund um das weibliche Bein werden von Dian Hanson in dem "Big Book Of Legs" erzählt. Es ist der dritte Teil einer Serie über die erotischen Körperzonen, die vom Taschen-Verlag herausgegeben wird. Schon im Titel trägt das Band den Beinamen "Big", dementsprechend ist es groß und schwer geworden. Auf rund vierhundert Seiten umspannt die Autorin die Zeit vom ausgehenden 19.Jh. bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Dabei werden ihre Ausführungen von zahlreichen Abbildungen meist namenloser Models begleitet, die oft nur mit Pumps, Nylons oder Strapsen bekleidet sind. Beachtenswert sind die teilweise akrobatischen Leistungen, die die Mädchen im Dienste der Fotografie zustande brachten. Rührend wirken dagegen die Fotografien aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts. Vielleicht ist es die Anmutung einer Zeit, in der sich noch alles am Anfang befindet, die diese nostalgische Rührung hervorruft. Andererseits ist es auch erstaunlich, wie wenig sich die visuellen Codes seit dem verändert haben, denn die Bilder der späteren Dekaden die bereits damals formulierten Sujets aufgreifen und sie nur wenig verändern. Die Masse der Bilder in einer schier unendlichen Wiederholung macht müde. Sie verhindert, dass die der Bilderauswahl zu Grunde liegende Intention erkannt wird und lässt das Besondere vermissen. Doch wer weiß, es ist vielleicht ein Buch, das in erster Linie nicht zur Erweiterung des Wissenshorizontes gemacht worden ist. So wird mir wohl für immer das Geheimnis des entzückt entrückten Blickes meines Freundes aus der Austernbar und seines langen, andächtigen Schweigens für immer verborgen bleiben. In diesem Sinne auf bald...

agata

Bewertung: 7 Punkte









Gabriel Loidolt

   Yakuza

 
Yakuza Cover





160 Seiten
Deutscher Taschenbuch Verlag


Leads Tätowiererin behauptet ja, das Lead so schwer zu tätowieren sei, weil er immer so viele Sachen beim Inken erzählen und auch immer lachen würde, so dass er immer viel zu viel wackeln würde, um sauber zu arbeiten.

Lead weist das natürlich zurück, ist er doch neben dem Dalai Lama einer der ausgeglichesten und ruhigsten Menschen der Welt.

Da er aber auch kritikfähig ist, nahm er sich vor, den nächsten Termin zur Weiterführung seines Rückenbildes dazu zu nutzen, diesen üblen Vorurteilen über seine Unruhe entgegen zu treten.

Und so nahm er ein paar beruhigende Dinge in Kauf und in den Körper und las zu dem in Gabriel Loidolts Buch "Yakuza".

Der Bezug zum Thema Yakuza ist gering. Es geht in der Erzählung vor allem um Japan, das europäische Verständnis des Landes und um das Verhältnis von Künstler zu seinem Modell.

Dabei ist die Geschichte schnell erzählt, eine junge Frau aus Sibirien, die sich im Westen einem reichen Mann hin gibt, lässt sich von einem alten Tätowierer, dessen Gesicht durch eine üble Verletzung ver(un)ziert ist, eine Tätowierung auf den Rücken tätowieren.

Ungewöhnlich dabei: die junge Frau bringt zu jedem Termin nur ein Teil der Vorlage ihres Tattoos mit, so dass der Tätowierer, ebenso wie der Leser, bis zuletzt rätseln kann, was den Rücken der Frau denn nun eigentlich verschönern soll.

Frau und Mann kommen sich während des Prozesses der Tätowierung näher und dringen in die Geheimnisse ihres Gegenübers ein.

Das Schöne an dem vorliegenden Buch ist aber weniger die Geschichte und die Einblicke, die uns der alte Tätowierer in seine Kunst und seine Ausbildung in Japan gewährt, sondern die Art und Weise, wie uns der Autor dies näher bringt.

Es hat etwas kalligrafisches, wie Loidolt seine Wörter wählt und sie zu einfachen und kraftvollen Sätzen reiht.

Lead war begeistert und kann das Buch gerade auch für den Urlaub demjenigen empfehlen, der es auch etwas ruhiger mag.

Und angeblich wirkte sich die Lektüre auch beruhigend auf Lead aus, sagte zumindest seine Tätowiererin. Was natürlich Unsinn ist, wissen wir doch alle, dass Lead schon vom Hause aus einer der ruhigsten Menschen der Welt ist.

Lead

Bewertung: 7 Punkte









Volxsturm

   Oi! Is Fun

 
Volxsturm - Oi! Is Fun Cover





DSS Records/Cargo Records
www.volxsturm.de

DSS hat das Debüt von VOLXSTURM "Oi! Is Fun!", das ursprünglich 1996 bei Nordland Records erschienen ist, neu aufgelegt. "Oi! Is Fun!" ist ganz und gar nicht das beste Album von VOLXSTURM. Es ist das erste und es gehört zur Bandgeschichte wie das Amen zum Gebet. Es gibt kaum ein Konzert dieser Band ohne zumindest einige Stücke von "Oi! Is Fun!" dazu. Viele der Lieder sind mittlerweile Klassiker.
Auf dem Re-Release ist neben der originalen "Oi! Is Fun!", die Debüt-Ep "Oi!" und "Alte Zeiten" vom "Kraft Durch Oi!"-Sampler. Alles ist digital remastered und in einer Digipack-Hülle. Geht gar nicht verkehrt.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte









Broilers/Volxsturm

   Good Fellas Never. Split. E.P.

 
Broilers/Volxsturm - Good Fellas Never. Split. E.P. Cover





DSS Records/Cargo Records
www.volxsturm.de
www.broilers.de
www.dssrecords.com

VOLXSTURM und BROILERS gemeinsam auf einer Scheibe. So muss es sein! Beide Bands haben sich seit ihren musikalischen Anfängen deutlich weiter entwickelt. Beide Bands kommen aus der Oi!-Szene und sind Partykracher. Kann nur gut sein. Ist es auch.

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte









Volxsturm

   Lichter Meiner Stadt

 
Volxsturm - Lichter meiner Stadt Cover





DSS Records/Cargo Records
www.volxsturm.de

VOLXSTURM ist eine Band, die sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung verändert – und im Gegensatz zu vielen anderen Bands besser wird. Ihre frühen Alben wie "Oi! Is Fun" oder "Mach Die Augen Auf!" oder ihre Debüt-EP "Oi!" sind zwar nicht gerade schlecht. Ihre Songs "Biertrinken", "So Wie Wir", "Oi!" oder etwa "Gestatten Volxsturm" sind Partykracher und bei jedem Gig von VOLXSTURM Stimmungsgaranten. Es liegen Welten zwischen "Lichter Meiner Stadt" und ihren frühen Alben. Mit "Lichter Meiner Stadt" hat die Band ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen. Weg von szenetypischen inhaltlichen und musikalischen Klischees, hin zu mehr Musikalität, ausgereifterem Songwriting, gelungenen Texten und besserer Produktion. Es geht mehr in Richtung der BROILERS – ohne die Szenehaftung und -verbundenheit zu verlieren. VOLXSTURM hat gezeigt, was im deutschsprachigen Punkrock/Oi! möglich sein kann.

Igor Eberhard

Bewertung: 9,5 Punkte









Horimasa



 
Horimasa Cover





Gonimeko Press, ein Verlag, der sich auf Verlegen von Tattoo Kunstbüchern spezialisiert, veröffentlichte soeben ein Band mit Arbeiten von Horimasa, eines der großen Tebori Meisters.
Den Anfang des Projektes bildete eine Kiste mit losen Blättern, die Horimasa dem Verleger zuschickte. Schon bei der ersten Durchsicht der Blätter kamen der Verleger und seine Lektoren nicht aus dem Staunen. Die Linien der Zeichnungen waren unheimlich präzise und die Farben leuchtend und brilliant. Man sah es, dass Horimasa die Arbeiten der Meister des traditionellen ukiyo-e Holzschnittes studiert haben musste. Doch seine Zeichnungen sind nicht bloße Kopien der tradierten Werke oder Aufarbeitung der Symbolik von Kuniyoshi oder von Kyosai. Horimasa zeigt einen frischeren und von den Vorbildern abweichenden Stil, dessen Referenz in der traditionellen japanischen Ikonographie zu suchen ist. Das Buch beinhaltet Skizzen, farbige Zeichnungen und einige Fotos seiner Tattooarbeiten. Großformatig, beinhaltet es jeweils eine Seite ein Bild, so dass dass Studium der Details ein unermäßliches Vergnügen bereitet.

www.gominekobooks.com

agat a





Phil Padwe

   Mami hat ein Tattoo


 
Mami hat ein Tattoo Cover

Malbuch Cover






Alles beginnt mit einem Geheimnis, den Sarah, die Schwester von Jakob, ihm verrät. Mama hat ein Tattoo. Nur die Frage ist wo und ob das überhaupt stimmt. Die kleinen Jungen wissen bereits sehr früh, bei Mädchen müsse Mann sich in Acht nehmen. Und dann gibt es noch diesen neuen Nachbarn und seinen großen Hund. Der Mann ist unheimlich und Jakob fürchtet sich vor ihm, denn seine Arme sind bunt tätowiert. Hat etwa auch der große Hund ein Tattoo?
So beginnt die Geschichte, die von Phil Padwe in seinem liebenswerten Buch "Mami hat Tattoo" erzählt wird. Phil Padwe lebt in New York, ist Web Design Manager, Graphiker, Photoshopexperte und selbstverständlich tätowiert. Er kennt also die Fürcht und die Neugierde der anderen aus eigener Erfahrung in einem Land, wo Prediger unterschiedlicher Kirchen ewige Verdammnis denjenigen verkünden, die ihren Leib tätowieren lassen. Am Ende der Geschichte gibt es ein gutes Ende. Der neue Nachbar und sein Hund erweisen sich als etwas, wovor man sich nicht fürchten muss und Jakob kann sogar das Tattoo von seiner Mama streicheln.
Obschon der Verleger dieses Buch als Vorlesebuch für Kinder jeden Alters sehen möchte, würde ich das aufgrund meiner Erfahrung auf den Kindergarten und die ersten Klassen der Grundschule einschränken. Sind die Kinder etwas größer, ist die Geschichte schnell gelesen und bietet nicht genug Spannung. Außerdem ist es sehr zu empfehlen zusammen mit dem Buch auch das dazugehörige Malbuch mit Tattoomotiven (auch von Phil Padwe) zu besorgen, denn Verstehen kommt vom Begreifen und Begreifen ist mit Greifen verwandt. Will man also etwas wirklich Kennenlenren und Verstehen sollte man es am besten mit eigenen Händen tun. Diese alte schöne Wahrheit Hat Phil Padwe in seinen Büchern aufs Beste verinnerlicht.

www.philpadwe.com
www.wildcat.de

agat a





The Hellenbecks

   s/t


 
The Hellenbecks Cover






Remedy Records

Die Wiener Band THE HELLENBECKS legen ihr Debütalbum vor. Wie die Band beweist, ist in Wien eben nicht alles Zuckerguß, was (musikalisch) glänzt. Die Band besteht aus den vier "Brüdern” (im Geist) HELLENBECK. Da sie sich alles teilen, teilen sie sich auch den Namen (ob sie sich auch die Frauen teilen? Wäre eine interessante Information). Das ist gut so. Die Musik des Quartetts lässt sich einfach beschreiben: Rock Rock Rock’n’Roll. Diese doch durchaus simple Rezeptur wird durch Pop, 80er Rock, ein wenig Garage House und etwas Blues angereichert. Eine kräftige Mischung gelingt durch diese Rührmasse - und durch jede Menge Ideen und gutes Songwriting. Die Band sollte ihr Publikum finden - sicher auch bei den Tattoo Guide-Lesern.

Igor Frost

Bewertung: 8 Punkte







Movie Star Junkies

   Melville


 
Melville Cover






Voodoo Rhythm Records

Voodoo Rhythm Records steht für schräge oder ungewöhnliche Musik, die nirgendwo hineinpasst und sich ihre verdammten musikalischen Schubladen und sogar "Schränke” selbst baut und bastelt, um sie danach zu sprengen.
Mit den MOVIE STAR JUNKIES hat das Berner Label ein selbst für diese Kategorie ungewöhnliche Band im Programm. Schräger Blues, Garage House, Trash, Punk, Rock, Brass, Country, Italo-Western, Klassik und noch einige andere Einflüsse sind auf der Scheibe herauszuhören. Stellenweise wirkt ihr Album "Melville” fasst sphärisch anmutend. Wahrscheinlich beschreibe ich die Musik der MOVIE STAR JUNKIES komplett falsch. Andererseits: Scheiß drauf. Die MOVIE STAR JUNKIES sollte sich jeder selbst anhören. "Melville” jedenfalls vergißt man so schnell nicht.

Igor Frost

Bewertung: 9 Punkte







Various Artists

   Teenagers From Outer Space


 
Teenagers From Outer Space Cover






Halb7 Records

Sie waren jung und brauchten das Geld - spielen aber lieber Psychobilly in allen Varianten. So oder so ähnlich könnte das Motto des neuen Samplers "Teenagers From Outer Space” aus dem Hause Halb7 Records lauten.
Gerade erst ist eine Best Of-CD der FLANDERS und ihre gesammelten Werke in einer wunderschönen Vinyl--Sammler-Edition erschienen. Die neue Ausgabe des Psychomania-Fanzines, die gerade in Druck ist, wird in je einer Ausgabe auf deutsch und einer übesetzten in englisch herauskommen. Die Psychobilly-Ratpack-Reihe von Halb7 steht schon bald mit einer dritten Ausgabe am Start. Ganz egal, jetzt wurde noch ein neuer Sampler veröffentlicht: "Teenagers From Outer Space” Angeblich soll es nicht unbedingt eine Fortsetzung geben, ja ja, wer’s glaubt. Die "Teenagers From Outer Space”-Reihe ist den jungen Bands aus der Psycho-Ecke gewidmet. Nachwuchsbands aus dem weiten Feld Szene präsentieren, was sie können und stellen ihre Songs vor. Die Qualität bei dieser ersten Ausgabe ist sehr unterschiedlich - und ja, nicht alle haben den Billy neu erfunden. Wie bei fast allen Bands passt ihre Musik laut Eigendefinition in "keine Schublade”. Ein Statement in dieser Art ist Quasi-Standard. Das ist nicht weiter schlimm, es sind ja zum grossen Teil Nachwuchsbands. Trotzdem: ein, zwei Bands könnten deutlich mehr Zeit im Proberaum vertragen. Das reicht nicht wirklich für ein Album. Weiteres Proben ist bei Manchen wohl schwierig, da sie sich schon wieder aufgelöst haben. Schade.
Auf dem Album vertreten sind VENDETTA, SIR PSYKO AND HIS MONSTERS, THE HOLY HACK JACKS, THE ACTING APES, THE HOWLING WOLFMEN, DIARY OF SINNERS, THE SPACEBUGS, THE TOMBSTONE SURFERS und NIGHTSURF.
Vor allem VENDETTA (leider nur mit einem Stück auf dem Album), DIARY OF SINNERS und die Vorarlberger SIR PSYKO AND HIS MONSTERS sind die Highlights des Samplers.
Fazit: Auch wenn der Sampler einige Höhen und einige Tiefen hat, die Reihe ist eine gute Gelegenheit sich junge Psycho-Bands aus Deutschland und Österreich anzuhören und die Szene zu supporten oder erstmal kennenzulernen. Sehr sympathische Reihe, auf die Fortsetzungen darf man gespannt sein.

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte







Stomper 98

   Tage deiner Jugend


 
Tage deiner Jugend Cover






Pünktlich zum 10jährigen Bestehen der Band, haben Stomper 98 eine Doppel-CD auf den Markt geworfen die es in sich hat. Während auf der ersten CD neue Songs und Medleys alter Songs das Herz des Hörers erfreuen, werden auf der zweiten CD internationale Klassiker der Skinheadgeschichte gecovert. Die Auswahl der Coversongs ist erstklassig. Von "Monkey Man" der legendären The Specials, über "Do anything you wanna do" von EDDI & THE HOT RODS bis hin zu dem Onkelz-Klassiker "Tanz auf Deinem Grab" ist so einiges vertreten. Den Kollegen, die einen bitteren Beigeschmack auf der Zunge wegen eines Onkelz-Covers haben, sei gesagt, erst informieren, dann schreiben (schönen Gruß an Lui vom Terrorverlag)!

Des weiteren hat sich die Band einige Gastmusiker von u.a. Volxsturm, Springtoifel und Toxpack ins Studio geholt. Das die Mitglieder der Band in ganz Deutschland verteilt sind und sogar ein Mitglied in New York lebt, beeinträchtigt das Schaffen der Band keineswegs. Ganz im Gegenteil, vielleicht liegt da der Ursprung für die abwechslungsreiche Ausrichtung der Musik mit Saxofon und melodische Gitarre.

Zusammgefasst lässt sich sagen, wer OI-brüllt muss Stomper 98 "Tage deiner Jugend" kaufen, da führt kein Weg dran vorbei. Die Doppel-CD ist sehr umfangreich und das Booklet kann sich auch sehen lassen, somit handelt es sich um ein feines Stück Musikgeschichte, dass in jeder Working-Class-Sammlung nicht fehlen sollte. Oi Oi Oi

Fry

Bewertung: 8,8 Punkte







Out Of Look

   s/t


 
Cover






Wolverine Records

Das ist mal gar nicht schlecht! OUT OF LOOK ist das neue Band-Projekt von Karl "Cloey” K. - ein nicht ganz unbekannter in der Psychobilly-Szene und darüberhinaus. Er war Basser unter anderem bei den Billy-Heroen FRANTIC FLINTSTONES und bei UP TO VEGAS. Zum Glück sind OUT OF LOOK keine Klone der obengenannten Bands. Eher scheint sich die Band an GUANA BATZ und REVEREND HORTON HEAT orientiert zu haben - vor allem auch bei den Bassläufen und der Liedstruktur. Nein, diese Bands klonen sie deshalb auch noch lange nicht. Die spielen genau ihr Ding. schnellen 80er Psycho mit viel Rock’n’Roll, Country, Rock und einigen deutlichen Blueselementen. Nirgendwo kommt Langeweile auf. Auch instrumental ("Sunrise At The Foggy River”) kann das Trio begeistern. Wenn die Songs Maße hätten, wären es 90-60-90. Runderhum gelungen.

Igor Frost

Bewertung: 9,5 Punkte







Barroom Heroes

   ...Once It Was An Attitude!?


 
... Once It Was An Attitude!? Cover






Sunny Bastards

Rotz muss nicht immer schlecht sein. Wenn eine Oi!-, Streetpunk oder Punk-Scheibe mit Rotz in Verbindung gebracht wird, heißt das nicht unbedingt, dass die Musiker Probleme mit ihren Körpersekreten oder den Nebenhöhlen haben. Manchmal ist auch die Musik der Bands ein Rotz, okay, kann sein. Wenn eine Truppe wie die BARROOM HEROES dagegen "rotzig” spielen, ist dies nichts schlechtes sondern eher eine Empfehlung. Die BARROOM HEROES spielen diese Art rotzige Musik: dreckiger, rauher und nach vorne preschender Streetpunk, der nicht nur reichlich Aggro sondern auch ebensoviel Melodie hat. Laut Presse-Info klingt die Band etwas wie TOWERBLOCKS oder OXYMORON. Gar kein schlechter Vergleich, auch wenn der Gesang von Sucker von den OXYs deutlich prägnanter ist.
Auf die Dauert wirkt das Album leicht monoton, etwas mehr Abwechslungs bei der Songauswahl wäre nicht schlecht. Insgesamt aber zeigen die Daumen deutlich nach oben.
"... Once It Was An Attitude!?” ist das Debütalbum der BARROOM HEROES ..., meine Herren! Da bleibt nur die Band zu zitieren: "Let The Party Never End!”

Igor

Bewertung: 7,5 Punkte







Various Artists

   Where The Bad Boys Rock. 4


 
Where The Bad Boys Rock. 4 Cover






People Like You Records

Wieder mal ein Labelsampler von People Like You Records. Darauf ein guter Labelquerschnitt von vielen guten und bekannten Bands. Wie immer mit vielen Bands der ersten und zweiten Garde aus Punk, Psycho, Horrorpunk, Streetpunk und Punk’n’Roll. Angefangen von den ADICTS, DEADLINE, BROILERS, CHIP HANNA über P. PAUL FENECH, ROGER MIRET (diesmal ohne die DISASTERS), der Psycho-Entdeckung THE GRIT, FAR FROM FINISHED, MAD MARGE AND THE STONECUTTERS über KINGS OF NUTHIN, THE METEORS, HEARTBREAK ENGINES, THE GENERATORS, BORN TO LOSE bis zu PETER PAN SPEEDROCK, THE CREEPSHOW, DEEP EYNDE, THE BLACK HALOS, MAD SIN, FRONTKICK, THE PEACOCKS und den WHISKEY REBELS. Der einzige Ausfall sind leider wie immer THE MERRY WIDOWS. Anscheinend sind mit den Nietenpunks von den ASHERS (waren die nicht bei Concrete Jungle?) und den DEADLY SINS zwei vielversprechende neue Bands am Start. Man darf gespannt sein, ob am nächsten Label Sampler BATMOBILE mit am Start sein wird ...

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte







Exploited

   Punk’s Not Dead. The Box Set.


 
Punk’s Not Dead. The Box Set. Cover






3 DVD-Set. Cherry Red Records
www.cherryred.co.uk

Eines meiner ersten Punkalben war "Troops Of Tommorrow” von THE EXPLOITED. Damit war die Richtung vorgegeben. Neben GBH, DISCHARGE und den DEAD KENNEDYS bleiben die Schotten nicht nur für mich eine der wichtigsten Hardcorebands. Aber die Band ist nicht nur wichtig, sondern auch von Anfang an umstritten – sei es wegen vorgeblicher Nazi-Kontakte, Ausverkauf-Vorwürfen wegen ihres Auftritts bei "Top of the Pops", ihrer größer werdenden Metalkante oder den plumpen Texten wie bei "Maggie (Is A Cunt)" über Maggie Thatcher. Scheiß drauf. Ihre pure Aggression hilft noch immer in Ausnahmesituationen.
Cherry Red Records veröffentlicht mit "Punk’s Not Dead. The Box Set” die ultimative DVD-Box von THE EXPLOITED. Auf der ersten DVD ("Rock N Roll Outlaws/Sexual Favours") sind eine Dokumentation über die Band und Live-Aufnahmen. Auf DVD 2 ("83-87/Live At The Palm Cove”) ist Archivmaterial vom Mardi Gras Nottingham, dem Olympic Auditorium Los Angeles und der City Hall Carlisle plus Interviews. Im zweiten Teil ist wieder ein Live-Konzert zu sehen. Auf DVD 3 ("Live In Japan/Live In Buenos Aires") sind Mitschnitte von zwei Gigs in Buenos Aires und Japan aus den 90er Jahren, die nach einer "kreativen Bandpause" gegeben wurden. Der Box-Set ist eine feine Sache: laut, krachig, aggressiv wie THE EXPLOITED eben.

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte







Batmobile/Peter Pan Speedrock

   Cross Contamination. Split-CD


 
Cross Contamination Cover






People Like You
www.batmobileforever.com
www.peterpanspeedrock.nl

Nur noch "B-Music" (B wie in B-Movies, B-Musiker, B-usen etc.) spielen die altgedienten "B"sychobilly-Haudegen von BATMOBILE. Warum? Wer weiß das schon?
Es interessiert keinen, solange die Musik gleich bleibt. Und das tut sie.
Immerhin existieren die Rotterdamer Batmobillys seit 25 Jahren und noch immer lassen sie nicht nach. Zum 25-Jahre Band-Jubiläum haben sie ein Split-Album mit den Eindhovener Speedrockern von PETER PAN SPEEDROCK vorgelegt. BATMOBILE covern fünf Stücke von PETER PAN ("Hellalujah", "Go Satan Go", "Killerspeed", "Big Toy", "Straight Back To Hormoneville”). Die PETER PAN SPEEDROCKs lassen das nicht auf sich sitzen und covern im Gegenzug fünf Stücke – na, wer kommt drauf von wem? BATMOBILE natürlich. Und wie es sich gehört, interpretieren sie Klassiker und Hits der B-Billys: "Transsylvanian Express", "Dead (I Want Them When They Are Dead)", "Dynamite", "Shoot Shoot" und "Mission Impossible". Zwei holländische Bands, die zu den besten des Landes gehören covern sich gegenseitig und haben mächtig Spaß daran. Den Zuhörern geht es nicht anders.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Popa Chubby With Galea

   Vicous Country


 
Vicous Country Cover






Dixiefrog/Fenn
www.popachubby.com

Wenn Blues auf Rock trifft, kommt fast immer Bluesrock heraus. Meistens ist das Ergebnis allenfalls nett zu nennen. POPA CHUBBY ist spannender und hörenswerter, wenn auch nicht unbedingt für auf die Dauer.
Chubby spielte mit den US-Punkbands CHAOS und RICHARD HELL AND THE VOIDOIDS. Eigentlich ist er vor allem Bluesmusiker. Leider hatte er lange Schwierigkeiten im Blues-Buisness aufgrund seiner Hautfarbe. Das Amerika unter Bush war nicht bereit für einen schwarzen Präsidenten ... pardon, einen weißen Bluesmusiker. POPA CHUBBY ist für Blues-Puristen wahrscheinlich nur ein Augenverdrehen wert, denn er mischt Country, Hard Rock, Hip-Hop, Punk, Rockabilly darunter. CHUBBY ist ein erstklassiger Gitarrist und Sänger und seine Frau GALEA eine dazu passende Bassistin und Sängerin. Gelernt hat er nicht nur durch Auftritte in diversen Clubs, sondern auch durch Gigs als Straßenmusiker in der New Yorker U-Bahn. Es wäre schade, wenn es CHUBBY und GALEA wie der New Yorker U-Bahn gehen würde: Jeder kennt sie. Keiner fährt mit.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte







Stiff Little Fingers

   Live And Loud/Fly The Flags


 
Live And Loud/Fly The Flags Cover






DCD. Anagram Records/Cherry Red Records

Anagram Records/Cherry Red Records ist auf Re-Release spezialisiert. Es kommt einiges an Müll heraus, aber doch auch einige Perlen. Eine davon haben wir hier. Damit es mehr Spaß macht, ist es gleich eine Doppel-CD (auf einem Silberling)und zwar live.
Die ersten Konzerte von STIFF LITTLE FINGERS nach der Re-Union 1987 wurden auf dem Anagram-Album "Live And Loud" veröffentlicht. Und weil das Label weiß, was es da hat, gibt es davon eine Wiederveröffentlichung. "Fly The Flags" ist das zweite Album (nach "Flags And Emblems"), das mit Bruce Foxton (Ex-The Jam) eingespielt wurde. Es ist der Mitschnitt eines Konzertes in der Brixton Academy in London von 1991. Für Liebhaber der FINGERS eine günstige Gelegenheit, sie live und kostengünstig zu hören. Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Various Artists

   Wir Sind Rock’N’Rollkids. Kinderhits im Punkformat!


 
 Cover






Wolverine Records
http://www.wolverine-records.de
http://www.rocknrollkids.de

Wolverine Records hat ein Herz für Kinder entdeckt. Neben der Klamottenmarke Rocknrollkids gibt es auch einen Sampler zum Thema. "Wir Sind Rock’N’Rollkids. Kinderhits im Punkformat!" ist das, was es verspricht: Kinderlieder, die von Punk-, Oi!-, Ska- und Streetrockbands gecovert werden. Hat was. Es ist viel, viel besser als die Originale. Möglicherweise kann man den Kleinen durch die Hintertür etwas mitgeben und sie werden nicht zu willfährigen Kommerz-Klonen.
Leider ist"Pumuckel" gleich zweifach auf dem Album – ein anderer Song wäre nicht schlecht gewesen. Leider auch sind zum allergrößten Teil eher unbekanntere Bands aus Punk, Oi!, Streetrock und Ska auf dem Silberling – mit Ausnahmen von VERLORENE JUNGS (das "Spongebob Theme" ist eines der Highlights der Scheibe), DRITTE WAHL, FROHLIX und RANTANPLAN. Schön wäre es gewesen noch ein Stück etwa von SPRINGTOIFEL auf die Scheibe zu packen. Die Mainzeldroogs haben vor einigen Jahren ein ähnliches musikalisches Vorhaben umgesetzt.
Mit Stücken von VERLORENE JUNGS, JOHNNIE ROOK, SKATOONS, BACKSTREET NOISE AND THE BEATCH GIRSL, MR. BUBBLE B., ESTREPITO BANDITOS, DRITTE WAHL, FROHLIX, WILDE ZEITEN, RAMAZURI, THE MAGIC WISHMOBS, RANTANPLAN, LOST LYRICS, KING SIZE, DIE PIGS, ALIEN 101, NEVERMIND und LILI FEAT. SCHNECKENMISCHER.
Rettet eure Kinder davor, Klonmenschen zu werden! Tut Gutes und kauft außerdem diese CD. Es ist auf jeden Fall besser für die Ohren der Eltern als die Originale!

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte







Beat Devils

   Second Date


 
Second Date Cover






Crazy Love Records

Stress, Stress, Stress! Stress ist überall und wird ausgelöst wenn Stressfaktoren, wenn der Körper auf innere oder äußere Reize reagiert. Diese Stressfaktoren sind Stressoren. Musikalische Stressoren sind die Neo-Rockabilly-Band STRESSOR aus Tula in Russland, die kräftig ebendiesen Stress verursacht. Im besten Fall äußert sich diese Reizreaktion durch Tanzwut. Die Herrschaften Stressmacher wirken auf "Burn Out!” ihrem Debütalbum (?) mehr als redlich darauf hin. Dennoch mehr als ein Zucken wird es nicht. "Burn Out!" ist ein solides Album, macht Spaß zu hören. Leider prägt es sich nicht übermäßig ein.

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte







Stressor

   Burn Out!


 
Burn Out! Cover






Crazy Love Records

Stress, Stress, Stress! Stress ist überall und wird ausgelöst wenn Stressfaktoren, wenn der Körper auf innere oder äußere Reize reagiert. Diese Stressfaktoren sind Stressoren. Musikalische Stressoren sind die Neo-Rockabilly-Band STRESSOR aus Tula in Russland, die kräftig ebendiesen Stress verursacht. Im besten Fall äußert sich diese Reizreaktion durch Tanzwut. Die Herrschaften Stressmacher wirken auf "Burn Out!” ihrem Debütalbum (?) mehr als redlich darauf hin. Dennoch mehr als ein Zucken wird es nicht. "Burn Out!" ist ein solides Album, macht Spaß zu hören. Leider prägt es sich nicht übermäßig ein.

Igor Eberhard

Bewertung: 6 Punkte







Anne Hahn/Frank Willmann

   Satan, kannst du mir noch einmal verzeihen. Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze
   Rest



 
Satan, kannst du mir noch einmal verzeihen. Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest Cover






Ventil Verlag
175 Seiten

Einige Bücher wurden über Punk in der DDR verfasst. Viel ist dokumentiert und erfasst. Eine Lücke wird durch die Biografie über Dieter "Otze" Ehrlich, Mastermind, Sänger und Allround-Musiker von SCHLEIMKEIM geschlossen.
Die Erfurter SCHLEIMKEIM waren mit CREEPERS, FEELING B, den MADMANS und WUTANFALL eine der einflussreichsten DDR-Punkbands. Die erste auf Vinyl gepresste Veröffentlichung einer DDR-Punk-Band überhaupt wurde1983 auf einem westdeutschen Splitsampler mit SCHLEIMKEIM und ZWITSCHERMASCHINE gemeinsam veröffentlicht. SCHLEIMKEIM waren wechselnde Musiker und - Otze Ehrlich.
Otze war der Leitwolf. Er hat gelogen, betrogen, gestohlen, gesoffen und sich mit Drogen ruiniert. Doch er hat auch Andere mit sich gerissen, die Band bekannt gemacht und dafür einen hohen Preis gezahlt.
Schon auf Grund der Veröffentlichung dieses Splitalbums mit ZWITSCHERMASCHINE, von dem er bis zu seinem Tod selbst nur ein einziges Exemplar besaß, musste er bis 1989 regelmäßig in den Knast. Auch die Stasi verfolgte Otze ständig; zum Teil war er selbst wohl kurzzeitig als Informant tätig. Abgesehen von der Verfolgung von Otze und Kumpels durch das Ministerium für Staatssicherheit und der konsequenten Unterwanderung der Alternativ- und Kirchenszene war er immer auf der Suche nach Freiheit in irgendeiner Form: Sei es in Gewalt, in Drogenexzessen oder eben in der Musik. In letzter Konsequenz führte dieser Wunsch im Mord an seinem Vater und seinem fragwürdigen Tod in der Irrenanstalt. Die vorliegende Biografie von Anne Hahn und Frank Willmann "Satan, kannst du mir noch einmal verzeihen. Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest" bemüht sich das Leben von Dieter Ehrlich möglichst vollständig zu beschreiben. Das Buch besteht aus einer Biografie, in die Stasi-Berichte eingearbeitet wurden, aus vielen Zeitzeugen-Berichten und zwei Interviews bzw. Interviewteilen mit SCHLEIMKEIM und Otze. Darunter das letzte Interview überhaupt mit ihm. Der Band wird durch eine Diskografie, ein Glossar und zahlreichen Fotos erweitert. Einige der Fotografien stammen aus den Akten der Stasi und wurden bei Hausdurchsuchungen bei Otze Ehrlich aufgenommen. "Satan, kannst du mir noch einmal verzeihen" ist eine erschreckende, faszinierende, manchmal auch abstoßende Lektüre.
Es spiegelt das Leben von Ehrlich und der DDR-Punkszene in einer graumaschigen Umgebung und einer enggeistigen paranoiden Gesellschaft wider. Die Biografie ist wie Dieter "Otze" Ehrlich selbst: widersprüchlich, fragmentiert und spannend.

Igor Eberhard

Bewertung: 9 Punkte







Adam West

   ESP: Extra Sexual Perception


 
ESP: Extra Sexual Perception Cover






People Like You Records/Starkult

Nach Daumen mal Pie 16 Jahren Bandgeschichte, 35 Singles, zehn Alben verabschieden sich ADAM WEST als Band von den Konzertbühnen. Mit ROSE TATTOO und PETER PAN SPEEDROCK sind sie eine der besten Bands im Speedrock-Sektor ... gewesen ... muss man jetzt schon schreiben.
ADAM WEST haben Hochgeschwindigkeits-Rock’n’Roll gespielt, eine wilde Mischung aus MISFITS, MC5, BLACK SABBATH, ZEKE, AC/DC, Garage Punk und Hardrock. Sehr heiß, sehr schnell, sehr laut. Kann man sich etwas darunter vorstellen oder? Vor allem live kocht der Zuschauerraum bei ihren Gigs. Wer die Band bei irgendeinem Konzert erlebt hat, weiß das: Schweinerockfieber pur!
"SP: Extra Sexual Perception" ist ihr Abschiedsalbum. Besonders innovativ ist es nicht geworden. Das wird bei dem Quartett aus Washington auch nicht unbedingt erwartet. Es ist eher ein gewohntes Album mit hochtourigem Speedrock mit Glamourfaktor. Mit ADAM WEST ist es wie mit dem Essen in der Stammkneipe: Man weiß, was man bekommt und bestellt doch immer das gleiche Essen. Einfach weil es gut ist – und sich mit ein paar Gläsern Bier noch besser herunterspülen lässt. Um so trauriger ist es, sollte es irgendwann nicht mehr die Stammkneipe oder das Stammessen geben. So ist es auch mit ADAM WEST.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte







The Termites

   Kicked In The Teeth


 
Kicked In The Teeth Cover






Crazy Love Records
www.myspace.com/termitesthe

"Kicked In The Teeth" von den TERMITES ist mein persönliches Album des Jahres. Die legendäre schottische Psychobilly-Combo THE TERMITES meldet sich endlich wieder zurück ... und die Jungs sind noch genau so angepisst wie vor fast 30 Jahren bei der Bandgründung.
Die Termiten spielen ihren gewohnten Fuck Off-Billy wie auf ihrem alten – und lange Zeit leider einzigem – Album "Overload", das vor 18 Jahren erschien.
Man, sind die fünf Burschen mies drauf. Mittlerweile sind es ja fünf. Da zur normalen Besetzung mit Johnny Fiddles ein Geiger dazugekommen ist. Arschritt mit Geige also. Klingt gut und kann was. Es ist für mich das erste mal, dass ich einen derart aggressiv-melodisches Geigenspiel erleben durfte. Aggro-Folk-Einflüsse könnte man das eventuelle beschubladsen. Musikalisch sind die Schotten auch besser und ausgereifter geworden.
"Kicked In The Teeth" ist das ideale Album für durchzechte Nächte, für "erlebnisorientierte Freizeitgestaltung" – und für jede gute Party. Die TERMITES stellen die gängigen Szenegrößen mit ihrem neuem Album locker in den Schatten. Und übrigens: FTW!

Igor Eberhard

Bewertung: 10 Punkte







Paul Flora

   Fauna, Fabeln und Figuren


 
Fauna, Fabeln und Figuren Cover






Diogenes Verlag Paul Flora ist Illustrator, Karikaturist, Zeichner und Schriftsteller aus Österreich. Bekannt sind viele seiner politischen Karikaturen und noch mehr seiner Grafiken und Zeichnungen. Vor allem sein satirischer Ton und sein rabenschwarzer Humor machten ihn berühmt.
Die feinstrichigen Tuschzeichnungen mit klaren, etwas krakelig-wirkenden Linien und seinen, – wie er es nennt – "nervösen Strichgewittern" prägen seine Bilder. Manchmal werden sie durch den Einsatz von Bunstiften oder Aquarellfarbe ergänzt.
Der Diogenes Verlag veröffentlicht mit dem Band "Fauna, Fabeln und Figuren" 62 neue Zeichnungen aus den letzten Jahren. Der Titel ist nicht ganz zutreffend, da sich auf den Bildern außerdem zahlreiche Städteportraits, Landschaften, einige sehr skurile und schräge "Gestalten" – und sehr viel morbide Stimmung finden. Zeichnungen wie "Ein sonderbares Weib", "Die Boten" oder "Abend III" sind herrlich rabendüster. Andere wie "Der Vorstand des Nasenclubs" oder "Drei Denker mit Alpen" dagegen sind melancholische Parabeln auf den Menschen an und für sich – oder auch nicht, wer weiß das schon. Einfach lesen, anschauen und in die Welt von Paul Flora eintauchen.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Kirsten Achenbach und Albert Gerdes

   Wieviel Wasser hat das Meer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem unbekannten Universum


 
Wieviel Wasser hat das Meer? Cover






Fischer Taschenbuch Verlag, marebuchverlag
Frankfurt am Main und Hamburg
208 Seiten, 7,95 Euro

Für die Zeit des Kalten Krieges gibt es ein Bild für besonders gefährliche Krisensituationen, das noch heute jeder kennt: das rote Telefon zwischen Moskau und Washington. Beim Läuten des Telefons weiß jeder Fernsehzuschauer, dass es gleich brenzlig wird (Einmarsch in Kuba, Wettrüsten, neue Mission für James Bond etc.). Ob Angela Merkel auch ein solches besitzt und wenn ja, ob es nach Brüssel, Moskau oder Washington geschaltet ist, darüber liegen keine Informationen vor.
Weit entfernt von globaler Krisenintervention und noch weiter vom Kalten Krieg ist das "Blaue Telefon". Es ist die "mare"-Hotline für alle Fragen zum Thema Meer und Wasser. Alles was die Leserinnen und Leser wissen wollen, wird ihnen dort fachkundig beantwortet. Und das Meer steckt immer voller Fragen, nicht nur für Forscher.
Kirsten Achenbach und Albert Gerdes vom MARUM Forschungszentrums Ozeanränder an der Universität Bremen haben 1997 die Aktion "Wissenschaft am Telefon" ins Leben gerufen, aus der später "Das Blaue Telefon" entstand. "Wissenschaft am Telefon" sollte und soll es ermöglichen, eine schnelle und unkomplizierte Verbindung und einen Dialog zwischen Wissenschaftlern und Interessierten zu schaffen. Damit die Wissenschafts-Hotline nicht nur einzelne Personen erreicht, sondern eine möglichst breitere Menge Interessierter, wurde das "Blaue Telefon" von einer Telefon- oder Emailauskunft auch zu einer Kolumne in "mare". Schon seit über zehn Jahren wird diese veröffentlicht und seit dieser Zeit gehen das Interesse und die Fragen nicht aus.

Kirsten Achenbach und Albert Gerdes haben in ihrem Buch "Wie viel Wasser hat das Meer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem unbekannten Universum" 200 der spannendsten, ungewöhnlichsten, aber auch unterhaltsamsten Antworten auf Leserfragen zusammengetragen. Die beiden Experten beantworten – auch mithilfe kompetenter Kollegen aus anderen Fächern – Fragen aus allen Feldern der maritimen Lebenswirklichkeit, angefangen von der Meeresbiologie und Umweltbedingungen, über klimatische Verhältnisse, Nautik, Geschichte, Ethnologie bis hin zu Sprach- und Weltraumforschung. Achenbach und Gerdes bemühen sich dabei, möglichst keine Facette auszulassen.
"Wo beginnt die Hohe See?", "Wie viel Wasser ist im Meer?", "Wieso kann man Schwäne im Vergleich zu anderen Seevögeln auf dem Radarschirm so leicht mit Tonnen verwechseln?", "Woher rührt die Bezeichnung ,Duckdalben’?", "Wirkt die Gezeitenkraft des Mondes auch auf das Wasser im menschlichen Körper?", "Was ist der Seemannssonntag?", "Warum sind Passagierschiffe weiß?" oder "Ist es gefährlich bei Gewitter zu Rauchen?" diese und noch viele andere Fragen beantworten Achenbach und Gerdes in ihrem unterhaltsamen Kompendium. Wer schon immer wissen wollte, ob der Heringskönig Untertanen hat, wie Tsunamis ausgelöst werden, wie man Seespargel isst oder ob Schiffbrüchige sterben können, weil ihnen die Blase platzt, liegt mit "Wie viel Wasser hat das Meer?" genau richtig.

Das Meer ist und bleibt dennoch ein "unbekanntes Universum", wie es im Untertitel heißt. Es gilt für alle, immer wieder neue Welten zu entdecken und neue Antworten zu finden, die erst wieder neue Fragen ermöglichen. So wird es wohl immer weiter gehen. Dennoch bilden die Antworten in "Wie viel Wasser hat das Meer?" die Möglichkeit kleine Informations-"Schätze" zu bergen, denn viele der vorausgehenden Fragen sind Ausgangspunkte für eigene, weitere vergnügliche Entdeckungsreisen. Es bleibt nur, zu hoffen, dass nicht erst nach zehn weiteren Jahren eine Fortsetzung auf den Markt kommt.

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte







Johnny Rocket

   Pain is her Game


 
Johnny Rocket - Pain is her Game Cover






Das äußerst attraktive Quartett JOHNNY ROCKET gabelte ich bei Myspace auf und freute mir ein zweites Loch in den A... ähhh Hintern, als ich zwischen den gefürchteten monatlichen Rechnungen die neue Scheibe "Pain is her Game" in meinem Briefkasten fand.
YEAH YEAH YEAH! Endlich eine Punk'n'Roll-Scheibe die mehr als rockt. Alle elf Songs sind abwechslungsreich und machen Laune. Instrumental gerne verglichen mit Turbo A.C.'s heizen die Jungs mit Taktwechseln und tanzbaren Klängen ein. Außerdem macht der Kontrabass den unvergleichlichen Rock'n'Roll Sound. Denn man darf nicht vergessen, wieviele Bands schreien wie krass sie Rock'n'Roll wären, aber den Kontrabass nur aus 50er Jahre-Streifen kennen. Stimmlich erinnert mich die Scheibe an Herrn Teutoburg-Weiß (Sänger Beatsteaks), wobei ich die Vermutung habe, dass Johnny es schafft alle Tracks durchzurotzen ohne eine einzige Schweißperle zu vergießen. Ob leidend, liebend oder hassend - dieser rauchig rauhen Stimme nehme ich alles ab.
Textlich wird - wie zu erwarten war - geprollt und über die wichtigen Dinge im Leben wie Autos, Frauen und Alkoholgenuss gesungen, aber immer mit Humor und Zweideutigkeit.
Zusammengefasst hat JOHNNY ROCKET mit "Pain is her Game" einen gut geschüttelten und explosiven Punk'n'Roll-Shake gemixt, dessen Geschmack auch nach mehrmaliger Verkostung nach mehr verlangt.

Anmerkung:
Ist ja schön, dass für die Rock'n'Roll-Liebhaber im Booklet das Lieblings Pinup der Band -Fuel Durden- posiert. Aber was ist mit uns Mädels? Gott hat auch uns das Augenlicht geschenkt! Also los ihr Süßen - zieht euch aus und macht uns glücklich!

Jule

Bewertung: 9 Punkte







Evergrey

   Torn


 
Evergrey - Torn Cover






Die schwedische Melodic-Metal-Band Evergrey ist zurück und entgegen des Titels "Torn" - zu Deutsch zerrissen - wirkt das Machwerk eher ausgeglichen und durchdacht. Aber ein Albumtitel muss sich ja nicht immer auf die Musik beziehen. Wenn man sich die Aussagen des Sängers Tom Englund anschaut, wird schon eher klar woher der Wind weht. Wie anders soll man sonst folgende Aussagen verstehen: "Die Stücke klingen also genau so, wie es unsere Fans von uns erwarten."Und "Wir nahmen weder Rücksicht auf irgendwelche Hörgewohnheiten im Radio" aha, da frage ich mich jetzt doch, ob es sich vielleicht um einen Übersetzungsfehler handelt? Vielleicht gehen Evergrey aber auch einfach davon aus, dass sich ihre Fans mit der Band entwickeln und doch eher selten Radio hören. Who knows?

Was viel interessanter ist als das übliche Promo-Gelaber, ist doch das Gesamtwerk. Und das ist nach dem Vorgängeralbum "Monday Morning Apocalypse", wo man den Eindruck hatte, ein Song muss mindestens 3 Minuten lang sein und eine bestimmte Anzahl an Songs soll ja auch auf die Platte, wieder sehr energetisch und mit viel Leidenschaft aufgenommen worden. Das Besondere der Band ist wohl die Kombination aus fettem Sound und die Streckenweise sehr melodische Stimme des Sängers. Evergrey-Fans wissen wovon ich rede und alle die die es werden wollen, können mit "Torn" durchaus einsteigen. Mein Anspieltipp wäre der Song "When Kingdoms Fall". Wer also Evergrey noch nicht kennt, sollte diesen Song sich anhören und wenn der nicht gefällt, dann wird das wohl nichts mit der neuen Lieblingsband. Allen Fans der Band sei gesagt, kaufen kaufen kaufen! Denn soundtechnisch ist die Platte perfekt und bei dem bevorstehenden Herbstwetter geradezu ideal.

Fazit: Ein gelungenes Werk und ein Muss für alle Fans des episch-kraftvollen Melodic-Metal.

Fry

Bewertung: 8 Punkte







180 Grad

   Hand aufs Herz


 
180 Grad - Hand aufs Herz Cover






CD Sunny Bastards

Es ist unfair den Vergleich mit TTOXPACK oder den ONKELZ zu bemühen. 180 GRAD spielen schlicht und einfach deutschsprachigen Streetrock (mit einer deutlichen Prise Oi! und etwas Metal) mit rauem, dreckigem Gesang. Die einzige weitere Gemeinsamkeit, die 180 Grad mit oben genannten Bands haben, ist die Eingängigkeit und Geradlinigkeit der Texte. Und das ist nichts schlechtes. Die Texte sind außerdem durchdacht, zum großen Teil abseits der Klischees beheimatet und durchaus auch hintergründig.

Musikalisch hat die Band das Rad nicht die neu erfunden. Es ist eher eine "Zweite-Blicks-Schönheit". Wenn man sich etwas hineinhört, können 180 GRAD mit "Hand aufs Herz" dennoch durchaus Begleiter eine etwas ängere Zeit und nicht nur für ein Streetrock-Stundenhotel werden. Sehr nett.

Igor Eberhard

Bewertung: 5 Punkte







Ross Thomas

   Teufels Küche


 
Ross Thomas - Teufels Küche Cover






Alexander Verlag Berlin

Wenn Bücher Feuer legen könnten, wären die Bücher von Ross Thomas wahre Brandstifter. Verkauft werden die Bücher als Kriminalromane, in Wahrheit sind es bitterböse, analytische Horrortrips in unser Selbst. Jörg Fauser beschrieb es einmal als "demokratischen Realismus": Jeder hat sein Recht auf die beschissene Realität. Zumeist spielen die Thriller von Thomas im Milieu von Politik und Geld.
Das hat seinen Grund darin, dass er weiß wovon er schreibt: Er selbst war PR- und Wahlkampfberater für hochrangige Politiker, Journalist und Gewerkschaftssprecher in den USA und in Nigeria. Das macht die Welt nicht schöner, aber seine Bücher realistischer.
In "Teufels Küche" geht es um Kannibalismus, rechte Putschversuche, Paranoia. Skandaljournalismus und Drogen. Im Original wurde das Buch schon 1983 veröffentlicht. Jetzt wurde "In Teufels Küche" in neuer, sorgfältiger Übersetzung herausgebracht. Der Thriller ist wie ein Stück Fleisch, von dem man weiß, dass es sich in den Zähnen festsetzt und einen bitteren Nachgeschmack hat. Dennoch kaut man weiter und weiter und weiter.

Igor Eberhard

Bewertung: 9,5 Punkte







Eric Stanton

   The Dominant Wives And Other Stories


 
Eric Stanton - The Dominant Wives And Other Stories Cover






Taschen Verlag

Irgendjemand bezeichnete Eric Stanton einmal als den "Rembrandt der Pulp-Kultur". Das kann man halten wie man will. Sein Einfluss ist wahrscheinlich vergleichbar. Nur sind Eric Stantons Bilder etwas ... deutlicher und der sogenannten "Perversion" in vielen Varianten nicht gerade abgeneigt. Stanton war bevor er Comics und Illustrationen zu zeichnen begann angeblich Messerwerfer in New York. Später dann produzierte er auch Fetisch-Wrestling-Videos und Anderes. Seine Neigung sich sexuell zu unterwerfen, zelebrierte er auch öffentlich. Seine Comics sind Fetischvisionen, sind fleischgewordene Abbilder feuchter Männer- und Frauenträume: Starke, selbstbewusste Frauen in High Heels, die ihre Sexualität in vielen Formen ausleben. Meistens auf Kosten ihrer Männer. Diese wehrlosen Geschöpfe werden gedemütigt, verlost, gefesselt, müssen an Höschen schnüffeln, werden vernascht und nicht selten sogar verprügelt. Nie subtil, immer erotisch. Zum 25jährigen Jubiläum hat der Taschen Verlag eine Sonderausgabe mit den wichtigsten Werken Stantons herausgebracht.

Igor Eberhard

Bewertung: 10 Punkte







Static Thought

   The Motive for Movement


 
Static Thought - The Motive for Movement Cover






Mit "The Motive for Movement" haben die vier Jungs aus San Francisco ihr zweites Album nach ihrer Debütscheibe "In The Trenches" auf Hellcats Records veröffentlicht.
Wer auf diesem Label musizieren darf, der muss meiner Erfahrung nach einfach geilen Punkrock machen (außer "Orange" war ein Fehltritt). Das musikalische Genie Tim Armstrong hat eben ein Händchen und zwei Öhrchen für ehrlichen Hardcore und Punk.
"The Motive for Movement" ist mit seinen 12 Tracks zwischen Streetpunk, hardcore-lastigen Texten und einer Brise Ska eben ein typischen Punkrockalbum, welches man in jeder Lebenslage genießen kann. Ob auf dem Arbeitsweg, auf einer Party oder einfach beim Nixtun.

Zwischen den zur Zeit sehr experimentellen und genreübergreifenden Alben ist "The Motiv for Movement" endlich mal wieder eine sehr solide Punkrockscheibe, die ohne zu langweilen aber unverblümt auf den Punkt kommt.
Auf jeden Fall ist STATIC THOUGHT eine Band, welche seit einiger Zeit an meiner Pinwand neben der Agnostic Front Autogrammkarte und einem recht abgefuckten Rancidcover als Bandfoto ihren Platz eingenommen hat, um mich bei der täglichen Arbeit nicht vergessen zu lassen, alles ehrlich und mit Herz zu tun - egal was man macht.

Jule

Bewertung: 8 Punkte







Cog

   Sharing Space


 
cog - Sharing Spaces Cover






"Sharing Space" ist das offiziell 2. Studioalbum der australischen Prog-Rocker cog. Wem so wie mir, Schubladen ein Graus sind, wird mit der Umschreibung Progressive-Rock wenig anfangen können. Bei genauerer Recherche im Netz, stieß ich im Zusammenhang mit cog noch auf die Begriffe: ModernProg, IndieProg und AlternativeProg. Ganz toll hab ich mir gedacht, jetzt weiß ich Bescheid. Wer denkt sich eigentlich diese ganzen Schubladenbegriffe aus und wozu sollen sie gut sein? Damit der Konsument, dem die LP von Band "A" aus dem Bereich Progressive-Alternative-Crossover-Heavy-Volksmusik gefallen hat, nur noch Musik aus diesem Genre hört? Alles Schwachsinn! Cog machen Alternative Rock, die auch schon mal Grunge genannt wurde, von mir aus auch Indie. Das Besondere an cog und das wollen uns die Schubladenerfinder wohl eigentlich mitteilen, ist ihre Progressivität (Weiterentwicklung). Was nichts anderes heißt, als das die 3 Jungs aus Downunder keine Lust haben das zu machen, was vor ihnen schon zig andere Bands versuchten und das sollte wohl Ziel von jeder Band sein. Soviel zur Theorie. "Sharing Space" ist eine ausgewogene LP, der man anmerkt, dass aus den angepeilten 4 Monaten im Studio schnell 10 geworden sind. Musikalisch erinnern mich die Jungs an Pearl Jam, nicht nur die Stimme des Sängers Flynn Gower erinnert viele an Eddie Vedder (mich ja eher an den Sänger von Billy Talent), auch die sehr ruhige Musik auf "Sharing Space". Wer auf schnelle harte Musik steht, sollte sich nicht gerade für diese Scheibe entscheiden. Als eigene Vorbilder geben cog unter anderem SOAD an, was wohl mehr auf die Texte bzw. den Inhalt bezogen ist, als auf Tempowechsel und Aggressivität. Die Scheibe ist ideal zum nebenbei hören, praktisch als Hintergrundmusik, was nicht heißt das sie nicht zu mehr taugt. Nur, diese Musik muss mehr als einmal gehört werden, um ihre Vielschichtigkeit zu erkennen. Ein Synthesizer gehört genauso zum Equipment, wie der Bass oder das Schlagzeug, was wohl das Besondere an cog ist. Einen Anspieltipp zu geben fällt hier schwer. Vielleicht sollte man sich nicht gleich vom ersten Track abschrecken lassen, der doch sehr ruhig und langsam ist und eher ans Ende der LP gehört hätte. Fazit: "Sharing Space" ist eine wunderbare, herbstliche Platte, die zu keiner besseren Jahreszeit hätte rauskommen dürfen und die bei einer Tasse Tee mit der neuen Freundin zum kuscheln einlädt.

Fry

Bewertung: 7,5 Punkte







Pinkspots

   Der Hutklub


 
Pinkspots- Der Hutklub Cover






CD (Frankie Boy Records/Wolverine Records)

Ganz ungewohnte Klänge tun sich mit den Pinkspots auf. Die rosa Pünktchen bestehen aus drei (!) Damen am Gesang und einer Begleit-Combo aus Akkordeon, Melodika, Gitarre, Violine, Bass und Schlagzeug. Und sie machen mit offensichtlich großer Begeisterung deutschsprachige Musik, genauer gesagt: Swing, wie er im Zuge des Swing-Revivals vor einigen Jahren wieder aufgekommen ist. Mit etwas Schlager, Comedy und Jazz dazu. Der Gesang ist mehrstimmig und fein aufeinander abgestimmt. Die Texte sind zum Teil ironisch, witzig, skuril, manchmal etwas verträumt – aber nie langweilig. "Der Hutklub" ist verwirrend, tendenziös verstörend und immer bezaubernd. Ein sehr ungewöhnliches Album, das selbst gestandene Punkrocker weich zu klopfen vermag. Die Pinkspots sind eine Band, die live sicher noch mehr hermacht: hingehen, shaken und ... swingen (Nein, nicht im Swingerclub, sondern auf der Tanzfläche!).

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Ben Cooper

   Rockin


 
Ben Cooper - Rockin Cover






CD (Cherry Pie Records/Cherry Red)

Wer Stray Cats oder Matchbox sagt, sagt auch irgendwann Restless. Das ist einfach so. Neo-Rockabilly ohne Restless geht nicht. Denn die Briten sind nicht nur seit etwa 30 Jahren im Geschäft und haben ähnlich vielen Alben herausgebracht, sondern haben diesen Stil mitbegründet. Wie bei vielen (Neo-) Rockabilly-Bands kreist auch hier viel um den Frontmann, den Sänger und Ausnahme-Gitarristen Mark Harmann. Doch Ben Cooper, Gründungsmitglied und Schlagzeuger der Band, hat viele der klassischen Hits verfasst. Jetzt ist sein erstes Soloalbum erschienen: "Rockin". Und ja, logischerweise klingt das Album nach Restless. Auf dem Album sind nicht nur "typischere", sondern auch zum Teil Rhythm’n’ Blues-, Country- und Rockabilly-lastige Songs. Cooper hat auf dem Album bis auf das Layout alles selbst gemacht: alle Instrumente selbst eingespielt, die Stücke verfasst, produziert und abgemischt. Herausgekommen ist, auch wenn nicht alles Hits sind, ein gepflegtes Album und ein erstklassiges Debüt.

Igor Eberhard

Bewertung: 9 Punkte







Ivanhoe

   Lifeline


 
Ivanhoe - Lifeline Cover






Exzellenter Progressiv-Metal gemischt mit gefühlvollem Melodic: das ist das neue Album "Lifeline" von Ivanhoe.
Die Jungs schaffen es mit ihren perfekt organisierten Songs und der komplizierten Rhythmik ein extrem anspruchsvolles Album entstehen zu lassen, welches dem Zuhörer viel Spaß am Zuhören bereitet. Perfektion im Umgang mit ihren Instrumenten werden bei Prog-Metallern ja vorausgesetzt und hier auch einmal wieder sehr schön unter Beweis gestellt. Ivanhoe erfinden das Genre nicht neu, aber warum auch, sie bieten genau das, was man erwartet und auch hören will: rasante Gitarrenriffs, welche die Pentatonik in allen möglichen Variationen auseinander nehmen, Schlagzeugtakte, bei denen sich andere die Sticks verknoten würden oder einen epileptischen Anfall bekommen, und natürlich alles unterlegt durch melodiöse Keyboardbegleitung.
Ohrwurmverdächtig ist die sehr gefühlvolle Ballade "Angels Hologram", welche sich durch ihren markanten Refrain sofort ins Gehirn einbrennt. Wer meint, dass Sänger mit hoher Gesangsstimme (hallo Power-Metal) schwul klingen, weiß einfach nur nicht, was gute Musik bedeutet.

"Lifeline" ist ein sehr gelungener und kompliziert gestrickter Longplayer, welcher die Fans des Progmetal begeistern wird. Aber auch für Befürworter anderer Genres ist dieses Album durch seine melodiöse Seite nur ans Herz zu legen. Jungs, macht gefälligst weiter so!

Potter

Bewertung: 9,5 Punkte







The Legendary Raw Deal

   Outlaw Man


 
The Legendary Raw Deal - Outlaw Man Cover






CD (Vinyl Japan/Cherry Red Records)

The Legendary Raw Deal ist ein Seitenprojekt von P. Paul Fenech. Dem Einen oder Anderen dürfte er als fast schon kultisch verehrter Anhänger der Meteors bekannt sein. Unumstritten war Fenech nie. Er hatte nie eine andere Absicht: "Psycho by birth, bastard by choice" eben. Wenn Fenech keinen Psycho machen will, tobt er sich als Solokünstler aus (mittlerweile ist sein siebtes Soloalbum erschienen) oder mit The Legendary Raw Deal.
Raw Deal nannten sich die Meteors bei ihren Anfängen, als sie langsam begonnen hatten, sich gegen den verkrusteten, eingefahrenen Rockabilly aufzulehnen.
Mit The Legendary Raw Deal greift Fenech gemeinsam mit Begleitmusikern zurück auf diese alten Rockabilly-Tage. Auf dem dritten Album, "Outlaw Man", dieser Nebenband, spielt Fenech vor allem seine eigene, spezielle Interpretation von Rockabilly- und Country- und Western-Klassikern von Johnny Cash, Jimmy Wages, Ray Harris etc. Legendary Raw Deal haben auf "Outlaw Man" dreizehn düstere, hart gespielte Songs herausgebracht. Ergänzt werden diese durch sechs Stücke von Fenech. Das Album ist ein Re-Release des vergriffenen 97er-Albums.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Destination's Calling

   Invisible Walls


 
Destination's Calling - Invisible Walls Cover






Die deutschen Melodic-Metaller Destination’s Calling bringen mit ihrem in Eigenproduktion entstandenem Album "Invisible Walls" ihren zweiten Longplayer an den Mann.

Mit einem science-fiction-ähnlichem Intro (kreativerweise auch "Intro" genannt) beginnend, welches die vier Jungs aber auch gut hätten weg lassen können, folgt der erste Song "Fallen From Grace", und läutet damit den Rest des Album ein: abwechslungsreiche Songs, mit schnellen Schlagzeug-Beats, saubere und kraftvolle Gitarren-Riffs, gefolgt von ruhigen melodischen Abschnitten, alles natürlich mit sanfter Keyboard-Untermalung, wie es in dem Genre auch nicht fehlen darf. Die cleane Stimme von Sänger und Gitarrist Christian Gräter rundet die Sache super ab.
Gefühlvoll zeigt sich die Platte mit ihren drei Balladen/Halbballaden "Bleeding Again", "Disconnected" und dem Titelsong "Invisible Walls".

"Invisible Walls" ist ein abwechslungsreiches, spannendes und power-geladenes Album, welches für jeden Fan des Genres ein Muss und für alle anderen auf jeden Fall einmal hörenswert ist.

Potter

Bewertung: 8 Punkte







Holy Moses

   Agony Of Death


 
Holy Moses - Agony Of Death Cover






Das neue Album "Agony of Death” der Thrash-Metaller Holy Moses zeigt sich gewohnt Old School: schnelles Gitarrengeschrammel, ordentliches Double Bass Geknüpel aus Richtung des Schlagzeugers und die kräftige Stimme von Frontröhre Sabina Classen bringen den Zuhörer sofort in die Stimmung, die langen Haare schwingen zu lassen. Halt genau das, was man von dieser Band gewohnt ist und auch erwartet.

Der erste Song "Imagination" beginnt mit einem atmosphärischem Intro, nachdem es gleich knüppelhart zur Sache geht. Allerdings bleibt es nicht bei diesem einen Intro. Was wahrscheinlich als nette Idee gemeint sein sollte, stößt bei mir auf großes Unbehagen: zwischen jeden Song des Album gibt es eine (nicht gerade kurze) Geknüppel-Pause mit ruhigem elektronischen Geplänkel. Meiner Meinung nach ist dies aber überhaupt nicht notwendig und stört den Headbanger-Fluss nur ungemein.

Aber nun gut, trotzdem ist "Agony of Death" eine gelungene Platte. Holy Moses bleiben sich treu und folgen weiter der Old-School Trash-Metal-Schiene.

Potter

Bewertung: 7 Punkte





   


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