
Grzegorz "Prykas" Pryka ist eine der am häufigsten erkannten Person in der polnischen Tattooszene. Begonnen hatte in den neunziger Jahren, damals, als dass man die professionellen Tattoostudios in Polen an den Fingern einer Hand hätte zählen können. Alles, was er kann, erreichte er praktisch ganz alleine. Heute zieht er bereits eine neue Generation von Tätowierern groß. In seinem Studio arbeiten vier angehende Tätowierer und ein fünfter ist im Begriff zur Maschine zu greifen um sein erstes Tattoo machen zu können. Die beste Referenz für die Qualität der Arbeiten von Prykas stellen die unzähligen Preise, die er auf hiesigen und ausländischen Conventions gewonnen hat. Es gibt wohl keine einzige Convention, von der mit leeren Händen zurückgekommen wäre.
Zu Anfang die klassisch Frage. Wie lange tätowierst du schon?
Ich fing an, 1996 zu tätowieren, obwohl es sich bereits früher einige Episoden mit Malen auf der Haut ereigneten. Aber das würde ich nicht wirklich als tätowieren bezeichnen.
Wann hast du dich zum ersten Mal fürs Tätowieren interessiert?
An meine allererste Begegnung mit Tätowieren erinnere ich mich nicht gerne. Das war 1992, als ein Bekannter von mir sich tätowieren lassen wollte und mich gefragt hatte, ob ich ihm das Tattoo mache. Er erklärte mir was und wie ich zu machen habe und danach saß ich zwei Tage lang auf einer Parkbank und hackte mit einer Nähnadel mein erstes Tattoo. Wie ich bereits erwähnte, es war keine schöne Erfahrung. Ich schwor mir danach, die Finger davon zu lassen, wenn das so aussehen sollte. Mangel an jeglicher Erfahrung und die lange Zeit, die dafür ins Land ging, und selbst die Methode der Anfertigung nahmen mir jegliche Lust weg. Damals dachte ich für immer.
Und warum hast du dann begonnen zu tätowieren?
Als meine Bekannten meine Zeichnungen und Skulpturen sahen, und sie mich überredeten, mich auch auf diesem Kunstfeld zu betätigen und dort meine Kräfte zu messen.
Wie hast du angefangen zu tätowieren?
Alles was ich gelernt habe und kann, erlangte ich durch harte Arbeit. Ich hatte keinen Lehrer oder Mentor. Niemand sagte mir was und wie. Wenn ich ehrlich bin, es war nicht einfach. Das Ziel zu erreichen, haben mir geholfen meine Unnachgiebigkeit und mein Glaube an das, was ich mache. Zuerst war es eine Nähnadel, später eine selbstgebaute Maschine.
In den 90ern konnte man in Polen nicht so einfach Tattoomaschinen kaufen und alles war 1000% teurer als in Westeuropa. Für mein erstes professionelles Gerät zahlte ich 1500€. Heute kann man dasselbe Gerät für 100€ kaufen. Und als ich damit das erste Tattoo gemacht habe, sah es schlechter aus, als das, was ich mit dem unprofessionellen Gerät gemacht habe. Wenn ich jetzt so meine Mitarbeiter und Schüler betrachte, denke ich, sie bekommen zu Beginn schon all das Wissen mit, für das ich 15 Jahre gebraucht habe. Und dann überlege ich, wie meine Arbeiten heute aussehen würden, wenn ich bereits am Start die Möglichkeiten gehabt hätte, die sie jetzt haben.
Was ist dein Lieblingsstil? Und warum?
Ich habe keinen besonders ausgesuchten Stil. Ich bin einfach ein recht universell veranlagter Tätowierer und mag alles, was ich mache. Ich mag mich nicht auf einen einzigen Stil einschränken. Verschiedene Sachen zu versuchen, macht die Arbeit abwechslungsreich und ermöglicht eine Weiterentwicklung.
Wer ist dein Lieblingskünstler?
Die Natur.